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Schnupfen: Eine Frau auf dem Sofa putzt sich die Nase. Die Füße in geringelten Wollsocken liegen auf dem Couchtisch, daneben eine Teetasse und zerknüllte Papiertaschentücher.
iStock/Tero Vesalainen
Symbolbild

Die Nase läuft und läuft, der Berg zerknüllter Taschentücher wächst – keine Frage, ein Infekt ist im Anmarsch. Was jetzt schnell hilft, die Fließnase zu stoppen.

Ein Erkältungsschnupfen ist zwar nicht gefährlich, aber doch ziemlich unangenehm: Mit dem Naseputzen kommt man kaum hinterher, die Haut ist schon schmerzhaft wundgeputzt und gerötet. Oft brummt der Schädel und bleierne Müdigkeit macht sich breit. Ganz typische Zeichen, wenn eine Erkältung im Anflug ist. Der Schnupfen ist oft das erste Zeichen. Zum Glück gibt es wirksame Mittel, um die Beschwerden im Zaum zu halten. Wer schnell handelt, hat zudem gute Chancen, dass sich der Infekt nicht auch noch in die Nasennebenhöhlen ausbreitet.

Schnupfen oft erstes Zeichen

Das hat sicher jeder schon beobachtet: Erst juckt die Nase und läuft wie ein Wasserfall. Dann schwellen die Schleimhäute an. Oft so heftig, dass die Nase dicht macht und die Nasenatmung nicht mehr möglich ist.

Schuld sind verschiedene „Schnupfenviren“, denen es normalerweise zwei- bis viermal im Jahr gelingt, unsere Immunabwehr in den Schleimhautzellen zu übertölpeln. Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen waren solche banalen Erkältungen in den letzten Monaten deutlich seltener. Da unser Immunsystem jetzt nicht mehr so daran gewöhnt ist, macht uns eine Erkältung umso mehr zu schaffen, wenn sie uns doch mal trifft.

Erkältung oder Corona?

Bei einem Schnupfen denken viele erst einmal nicht an eine Infektion mit dem Coronavirus. Tatsächlich war die Fließnase bei den ersten Virusvarianten kein vorherrschendes Symptom. Hier standen vor allem Fieber, trockener Husten sowie Geruchs- und Geschmacksverlust im Vordergrund. Bei der neuen Virusvariante Omikron ist Schnupfen jedoch mit 54 Prozent nach Husten (57 Prozent) sogar das zweithäufigste Symptom. Auch andere, eher für eine Erkältung typische Merkmale wie verstopfte Nase, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen können bei einer Corona-Infektion vorhanden sein, wenn auch oft nicht so ausgeprägt.

Was die Omikron-Variante außerdem auszeichnet, sind nächtliche Schweißausbrüche und Appetitlosigkeit. Geruchs- und Geschmacksstörungen kommen hier nicht vor. Ob tatsächlich eine Corona-Infektion vorliegt, kann letztendlich nur ein Test klären, am zuverlässigsten ein PCR-Test. Auch bei leichten Erkältungsymptomen sollte auf jeden Fall zumindest ein Antigentest durchgeführt werden.

Warum den Schnupfen behandeln?

Eine ganz normale Erkältung dauert bekanntermaßen etwa eine Woche und verschwindet auch von selbst wieder. Diese Zeitspanne lässt sich aber deutlich angenehmer gestalten, wenn man den Beschwerden nicht freien Lauf lässt. Und nicht nur das: Auch die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Infekt festsetzt und lang anhaltende Beschwerden wie eine Entzündung der Nasennebenhöhlen nach sich zieht, sinkt mit einer adäquaten Behandlung.

Die Nase befreien

Schwellen die Schleimhäute an, kann der neu gebildete Schleim nicht mehr richtig abfließen, die Nase fühlt sich verstopft an. Das begünstigt die Entwicklung einer Sinusitis, einer Entzündung der Nasennebenhöhlen. Dabei entzündet sich dort die Schleimhaut, es können leichter Bakterien in die Atemwege eindringen und sich dort vermehren. Was Sie tun können, wenn sich solche Folgebeschwerden einer Erkältung breitgemacht haben, lesen Sie in unserem Beitrag „Wieder gut durchatmen“.

Nasentropfen oder -sprays richtig anwenden

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedliche Arten von Nasensprays oder -tropfen bei einem gewöhnlichen Schnupfen. Dies sind zum einen Präparate mit abschwellenden Wirkstoffen, meistens Xylometazolin, und solche auf pflegender Basis mit salzhaltigen Lösungen aus Meerwasser oder Kochsalz, ergänzt mit Dexpanthenol oder Hyaluronsäure.

Nasensprays sind einfacher zu handhaben als Nasentropfen, die mit Pipette verabreicht werden. Sie sind hygienischer und besser dosierbar und enthalten in der Regel keinen Konservierungsstoff. Grundsätzlich dürfen sie immer nur von einer Person verwendet werden.

Abschwellende Nasentropfen wirken meist schnell gegen eine verstopfte Nase, indem sie die Blutgefäße der Schleimhaut verengen. Bereits kurz nach der Anwendung kann man wieder frei durchatmen. Sie sind in verschiedenen Dosierungen für Erwachsene, Kinder und Säuglinge erhältlich und sollten ohne Rücksprache mit dem Arzt nicht länger als sieben Tage verwendet werden. Sonst kann es zu einem Gewöhnungseffekt, einer sogenannten Nasenspray-Abhängigkeit, kommen (Rhinitis medicamentosa).
Tropfen oder -sprays auf Basis von Koch- oder Meersalz befeuchten und reinigen vor allem die Nasenschleimhäute. Sie können mehrmals täglich und über längere Zeit angewendet werden und machen nicht abhängig. Auch für Kinder und Babys, Schwangere sowie bei chronischem Schnupfen sind sie bedenkenlos anzuwenden. Sogenannte hypertone Salzlösungen mit einem höheren Salzgehalt wirken ebenfalls abschwellend und befreien die Nase, sodass sie eine gute Alternative zu den klassischen Nasensprays sind.

Tropfen anwenden Schritt für Schritt

  1. Erst sanft die Nase putzen.
  2. Kopf leicht in den Nacken legen und beim Einbringen der Pipette in die Nasenhöhle tief einatmen. Durch den Mund wieder ausatmen.
  3. Die Pipette zusammendrücken, bis die benötigte Tropfenzahl eingetropft ist, und im zusammengedrückten Zustand wieder aus der Nase entfernen, um kein Sekret mit aufzusaugen. So verunreinigt die Pipette nicht.
  4. Sind die Tropfen in der Nasenhöhle angekommen, den Kopf wieder nach vorn beugen, damit die Tropfen nicht in den Rachen weiterlaufen. Den Kopf dann nach links und rechts wenden, damit sich der Wirkstoff in der gesamten Nasenhöhle verteilt.
  5. Die leere Pipette mit lauwarmem Wasser abwaschen und mit einem Papiertuch abtupfen.
  6. Beim zweiten Nasenloch wie unter 1 bis 5 beschrieben vorgehen.

Die Viren hinausspülen

Mit einer salzhaltigen Nasensdusche werden Viren und Bakterien aus der Nase hinausgespült. Festsitzendes Sekret löst sich und die Schleimhaut wird gut befeuchtet. Bei uns in Ihrer Apotheke erhalten Sie Nasenspülkannen und portioniertes Salz. Wir beraten Sie gerne zur Anwendung.

Schnupfen bei Kindern

Auch Kinder erwischt der ein oder andere Schnupfen. Vor allem in den ersten Lebensjahren sind die Kleinen besonders häufig von Erkältungen betroffen. Bei Kindern hat man vor allem in der kalten Jahreszeit den Eindruck, dass sie permanent eine Schnupfennase haben. Doch keine Sorge: Das Immunsystem muss erst mal einen passenden Schutz ausbilden. Bis zum Schulalter sind acht bis zwölf grippale Infekte pro Jahr normal.

Schwanger und erkältet?

Schnupfen, Husten, Halsschmerzen: Auch in der Schwangerschaft sind Erkältungen keine Seltenheit. Fürs Ungeborene ist das ungefährlich, nur sollten Erkältungsmittel nicht unbedacht eingesetzt werden. Zunächst also körperliche Schonung, ausreichend Schlaf und viel trinken ausprobieren. Salzhaltige Nasensprays sind auch in einer höheren Konzentration (abschwellend) für Schwangere und Stillende geeignet. Auch in Schwangerschaft und Stillzeit sind Zink und Vitamin C geeignet, um das Immunsystem zu unterstützen. Fragen Sie auch in Ihrer Apotheke nach, wir beraten Sie gern.

Erkältung vorbeugen

Erkältungsviren suchen sich den Weg in unseren Körper durch die Schleimhäute im Mund-Nasen-Bereich. Spezielle Abwehrsprays, zum Beispiel auf Rotalgenbasis, sollen den Krankheitserregern den Übergang erschweren. Die aufgesprühten Flüssigkeiten legen sich als schützender Film auf die Schleimhäute. Sie sollten mehrmals täglich aufgebracht werden, um eine Wirkung zu entfalten. Allerdings kann diese Maßnahme vor allem gegen Corona-Viren nur unterstützend eingesetzt werden und nicht die bewährten AHA+A+L-Regeln ersetzen. Wichtig bleiben also: 1,5 Meter Mindestabstand, Hygiene (Husten und Niesen in die Armbeuge sowie Händewaschen), Maske-Tragen, Warn-App nutzen und Lüften. In Ihrer Apotheke beraten wir Sie gerne zu den Abwehrsprays gegen Erkältungsviren.

Zink fürs Immunsystem

Als Schutz gegen Erkältungen sind auch Zinkpräparate im Einsatz. Zink ist ein wichtiges Element für ein funktionierendes Immunsystem. Es kann über längere Zeit, allerdings nur bis zur empfohlenen Höchstmenge von 10 Milligramm täglich, eingenommen werden. Bei den ersten Erkältungszeichen sollten Sie für wenige Tage eine deutlich höhere Menge einnehmen. Zink ist ebenfalls in Lebensmitteln wie Fleisch, Milchprodukten, Haferflocken, Linsen und Vollkornprodukten enthalten. Allerdings kann unser Körper Zink aus der Nahrung nicht immer gut aufnehmen und verwerten.

Achtung: Es gibt eine ganze Reihe Produkte, denen Zink zugesetzt ist, beispielsweise Zahnpasta, Mundwasser und Haftcremes. Man sollte also immer die Gesamtmenge an aufgenommenem Zink im Auge behalten.

Wohler fühlen

Eine Erkältung ist richtig anstrengend. Man kann nachts oft nicht erholsam schlafen und fühlt sich schlapp. Die Nase ist wund und rot, die Augen tränen. Man sieht Verschnupften meist schon von Weitem an, dass sie kränkeln.

Tipp: Wer etwa beim Video-Call nicht ganz so zerknautscht rüberkommen will, erfährt in unserem Beitrag „Frischer Look trotz Erkältung“ was hilft, um gleich etwas frischer auszusehen. Hier lesen Sie auch, wie Sie wunde, rote Haut bei Schnupfennase vermeiden.

Schnupfen lösen beim Inhalieren

Inhalieren wirkt erleichternd bei Erkältungsschnupfen: Dafür ätherische Öle, Kamillenblüten oder Spezialsalz aus der Apotheke in heißes Wasser geben. Das befeuchtet die Atemwege und löst festsitzenden Schleim. Achtung: Nicht alle ätherischen Öle sind für Kinder geeignet, fragen Sie uns, welche Präparate Sie bedenkenlos verwenden können.

Martina Gersiek,

Ihre Apothekerin

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